Skip to content
18. Mai 2013 / frauheese

Frauen und die liebe Technik…

So, jetzt ist der Fernsehkauf ziemlich genau einen Monat her. Ich bin immer noch vollauf zufrieden mit ihm – zur Schärfe in HD kann ich leider ziemlich wenig sagen, weil äh… ja, hab ich kein HD 😉
Allerdings möchte ich noch ein paar Worte zum eigentlichen Kauf verlieren. Der war immerhin von langer Hand geplant. Ich wusste ziemlich genau, was ich haben wollte: Flachbild (ja doch, als Student bekommt man auch noch ne Röhre vorgeschlagen), auf jeden Fall über 30 Zoll, HDMI-Eingang und USB-Schnittstelle und das Ganze bittedanke unter 350€. Im Internet hab ich vorhe schon geguckt, es war also nicht gerade utopisch.

 

 

Die Geizigen schieden von vornherein aus, bei denen komme ich nämlich öfter mal vorbei. Im Geschäft immer das gleiche Bild: Fast nur XXL-Fernseher (so im Bereich ab 10 000€) oder aber 3D Heimkinomonster. Wie man sieht, bietet Sa*turn sehr viele Angebote für den Ottonormalkunden. Nicht.

 

 

Mit einer guten Freundin im Gepäck machte ich mich also auf den Weg zu den Experten. Wenn ihr Name das so sagt, dann sollten die sich ja auskennen. Zu ihnen bin ich gegurkt, weil meine Schwester sich letztes Jahr ebenfalls einen neuen Fernseher angeschafft hat – er liegt ziemlich genau in meinen Kritierien. Erstmal gute Voraussetzungen.

Im Laden selber war ich dann schon ein bisschen geplättet. Meine Freundin und ich haben uns zunächst selbst umgesehen – Fernseher mit 32 Zoll lagen hier locker bei 400€. Mir wurde erstmal n Tacken schwindlig. Absolut in meinem Budget waren 26 Zoll Mäusekino – da hätte ich auch beim Laptop bleiben können.

Und dann sah ich ihn, den idealen Fernseher: Sam*sung, 32 Zoll, gestochen scharfes Bild. Aber wie meine Freundin und ich uns auch verrenkten… ein Preis stand nicht dran. Zum äh, Glück kam genau in diesem Moment ein gar freundlicher Verkäufer vorbei. Und weil er sich anbot, fragte ich nach dem Preis. Über 500 Tacken.

Nee, also das war nun wirklich deutlich zu viel Geld für mich. Oder konnte das Teil nebenher auch noch bügeln und Wäsche legen? Nö.

Ich sagte dem Herrn Verkäufer dann auch, dass der Preis nicht meinen Vorstellungen entspricht.

„Ja, was sind denn Ihre Vorstellungen?“, fragte der zurück, an dieser Stelle schon ein bisschen abschätzig grinsend.

Also sagte ich brav mein Sprüchlein auf.

„Ja, da ist aber heute Ihr Glückstag. Da haben wir was da, genau auf Sie zugeschnitten.“

Ok, das klang ja mal gut. Wieder halbwegs motiviert folgten wir dem höchst sympathischen Verkaufsmaximator – und blieben vor exakt einem Gerät stehen. Angebot der Woche, hmhm.

„Hier, den hätten wir. 32 Zoll, 1 USB-Anschluss. HDMI kann der jetzt nicht, aber SIE brauchen das bestimmt nicht. Und für genau 350, den müssen Sie nehmen.“

Vor uns stand ein Flachbildfernseher, das muss man ihm mal zugute halten. Aber was für einer: Ein Tele*funken, mehr so die Seniorengeneration unter den Flachbildern. Das Bild war nicht unbedingt prickelnd, die Verarbeitung war eher billig und der Gedanke daran, dass ich drölfzig Rillen im Rahmen abstauben müsste ließ mich dezent schaudern. Außerdem sah der Fuß einfach nur windig aus.

„Ahja“, sagte ich also. „Und was hätten Sie sonst noch so da?“

Der Verkäufer guckte mich verständnislos an.

„Ja sehn Sie doch. Das is der einzige, der zu Ihren Anforderungen passt. Also wenn Sie mehr wollen, dann müssen Sie aber deutlich aufstocken. Das is das, was Sie für Ihr Geld bekommen. Stimmt was nicht?“

Ich wies darauf hin, dass das Gehäuse billig verarbeitet ist und das Bild von der Seite sehr schlecht ist.

„Ach wissen Sie, das muss schon so! Als Laie kennt man sich eben nicht so aus.“

(Stellen Sie sich an der Stelle bitte wieder ein abfälliges Lächeln vor. Ach was, stellen Sie es sich den ganzen Dialog durch vor.)

„Für mich bleibt das ein schlechtes Bild. Und das sind nunmal keine Peanuts, die ich da ausgebe-„

„Ja, dann holen Sie sich halt nen Sechundzwanzigzoller!“

Spätestens in dem Moment tauschten die Freundin und ich einen Blick, mit dem eigentlich auch schon alles gesagt war. Unser Verkaufsgenie interessierte das aber herzlich wenig.

„Nee, da kann ich ja auch bei meinem Laptop bleiben. Ich muss eben ein wenig aufs Budget achten, ich bin Studentin.“

„Ja hören Sie, meine Tochter ist das auch. Fragen Sie doch Ihre Eltern. Oder gehen Sie mal weniger weg, weniger Geld für Klamotten.“

Bei dem Satz ist uns dann wirklich fast das Essen aus dem Gesicht gefallen. Eltern anpumpen? Weniger Klamotten? Weil ich ja auch an Mamis und Papis Rockzipfel hänge und wöchentlich neuen Designerfummel anschleppe!

„Ich denke, dass wir nicht ins Geschäft kommen werden.“

„Also an Ihrer Stelle würd ich mir das aber schnell überlegen, so ein Angebot bekommen Sie so schnell nicht wieder!“, tönte der Oberverkaufsking höhnisch.

Ist klar, dass wir nur noch sowas wie „Jaja“ antworteten, oder?

 

Zwei Straßen weiter fanden wir den Traumfernseher. Beziehungsweise: Ich musste ihn mir erwählen, weil gleich mehrere Fernseher alle meine Kritierien erfüllten. Und das beste: Der Verkäufer bei den gar nicht Dummen hat sich nicht daran gestört, dass die Damen sich ein bisschen mit Technik auskennen sondern gerne noch ein bisschen mit ihnen geplaudert  🙂

 

Und die Moral von der Geschicht? Ein Markt sieht mich in nächster Zeit garantiert nicht mehr wieder. 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: